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Hacker erbeutet Daten von Studierenden der Münchner LMU

Bankdaten, Adressen, Bildungsabschlüsse: Nach einem Angriff auf ein IT-System der Ludwigs-Maximilians-Universität sind Studierende aufgerufen, wachsam zu sein. Das Landeskriminalamt ermittelt.

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LMU München Andreas Gebert/dpa

München (dpa/lby) - Ein unbekannter Hacker hat sich Zugang zu persönlichen Daten von Studierenden der Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) in München verschafft. Der Angreifer habe ein IT-System der Hochschule mit Stammdaten zu Immatrikulationen geknackt, teilte die LMU mit. Der Hacker könne die Namen der Studenten und Studentinnen sowie Post- und E-Mail-Adressen, Geburtsorte, Bankdaten sowie weitere private Angaben beispielsweise zu früheren Bildungsabschlüssen erbeutet haben.

Genaue Angaben dazu, wie viele Menschen betroffen sein könnten, machte die Hochschule nicht. Ebenso blieb unklar, ob nur die aktuellen Studierenden betroffen sind oder eventuell auch ehemalige. Nach Angaben der Universität waren im vergangenen Wintersemester 2025/26 mehr als 52.000 Studierende eingeschrieben. Die LMU gehört zu den größten Universitäten Deutschlands.

Die Uni versicherte den Betroffenen, dass ihnen keine Nachteile für das Studium entstünden. Die Studierenden sollten nun besonders aufmerksam sein, insbesondere bei Kontaktversuchen.

SPD-Digitalexperte kritisiert Kommunikation der Universität

Nach Angaben der LMU wurde der Vorfall bereits am Mittwoch bemerkt, Informationen dazu stellte die Universität allerdings erst am Samstag ins Internet. Dieser Zeitverzug ist nach Ansicht des SPD-Landtagsabgeordneten Florian von Brunn erklärungsbedürftig: «Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt, Betroffene unverzüglich zu benachrichtigen - und nicht Tage später und irgendwann am ersten Oktoberfest-Samstag», sagte der Digital-Experte der SPD-Fraktion.

Den Hacker-Angriff auf die Universität bezeichnete von Brunn als schockierend, denn an der Hochschule sei eine «hohe IT-Kompetenz vorhanden». Der Politiker kritisierte, es sei auch noch offen, wann der unbefugte Zugriff auf die Daten begonnen habe und wie lange er gelaufen sei. «Ursachen, Hergang und Verantwortlichkeiten müssen jetzt auf den Tisch», sagte er.

Landeskriminalamt sowie IT-Spezialisten untersuchen den Fall

Laut der Mitteilung ermittelt das Bayerische Landeskriminalamt. Zudem seien IT-Forensiker eingeschaltet worden. Es werde mit externen Spezialisten zusammengearbeitet, auch um weitere Hackerangriffe abzuwehren. Diese sollen auch beobachten, ob die Daten im sogenannten Darknet auftauchen. Bislang sei das nicht geschehen. Das Darknet ist ein nicht ohne Weiteres zugänglicher Teil des Internets, wo Kriminelle illegal erlangte Datensätze mitunter veröffentlichen.

Es kommt immer wieder vor, dass Kriminelle bei Unternehmen oder Behörden persönliche Daten anderer Menschen erbeuten. Dadurch kann es zu einem sogenannten Identitätsdiebstahl kommen, indem die Täter die Daten für weitere Straftaten wie betrügerische Bankgeschäfte oder Internetbestellungen nutzen.

Zuletzt machte ein Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung Schlagzeilen. Eine Hacker-Gruppe hatte danach den Senat der Bundeshauptstadt erfolglos erpresst. Daraufhin veröffentlichten die Cyberkriminellen mindestens 1,2 Millionen Datensätze im Darknet.

© dpa-infocom, dpa:260920-930-714012/2